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                                                                                 Leseprobe 1987

In den 80zigern wurde in Kiel, an der Universität ein im Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft agierender offener Forschungs- und Entwicklungsverbund für kulturelle Bildung gegründet (Titel: INSYDE). Es sollte verstärkt auf eine modernere Didaktik in den Naturwissenschaften weiter geforscht werden. Der übliche Frontalunterricht an Schulen, in den Naturwissenschaftlichen Fächern und die Lehrer Ausbildung sollten in die Richtung ganzheitliches, selbständiges Lernen gebracht werden. Ein phänomenologischer Ansatz wurde hier als Ziel angestrebt.

Das wissenschaftliches Konzept >Interdisziplinäre System-Bildung< wurde von Herrn PD Dr. Walgenbach erarbeitet und 2000 als Buch und im Internet unter www.systembildung.de und www.insyde.de
veröffentlicht.

1986 wurde ich gefragt ob ich Interesse hätte für dieses Projekt Modelle zu erarbeiten und eine Ausstellung mit zu gestalten. Ich stimmte zu, ohne zu wissen um was es genau ging. Ich arbeitete als nichtwissenschaftlicher Angestellter am Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften. Als Maschinenbau –Techniker hatte ich mit Didaktik und Kunst wenig zutun, so freute ich mich auf diese neue Aufgabe.

Das Projekt war eine offene, freie, noch unstrukturierte Anhäufung von Ideen, Vorgaben,  Wünschen und sehr komplexen Fragenstellungen, die es zu klären gab.

Nun ja, Prozesse werden Schrittweise entfaltet, um alle Stadien des Ablaufes mit einer subjektiven, konstruktiven Wahrnehmung erfassen zu können und um sie dann in der Gemeinschaft zu einem Konsens zu führen.
Bildungsgestaltung moderner Gesellschaften sind sehr komplexe Probleme. Sie sind nicht nur durch die Bereiche Wissenschaft, Technologie, Kunst und Religion entstanden sondern sie müssen auch durch diese, im Wechselspiel, untersucht und gelöst werden.
Der Lernende soll die Naturwissenschaften nicht lernen, sondern sie erfinden.

Mit zunehmenden Informationen zu dem Projekt wurde ich in einem Bann gezogen der mich bis heute zu einem völlig neuem Interdisziplinäres System Denken geführt hat. Aus diesem Grunde sehe ich die Reise als ein Bemühen um den richtigen Weg hin zur richtigen Antworten.

Ich möchte Sie ein Stück des Weges mitnehmen und Sie auf meinen Weg durch dieses Selbstbildungs- Projekt, teilhaben lassen. Es braucht kein Vorverständnis von Etwas, weil jeder mit seinem Niveau, Wissen und seiner Intelligenz sich einbringen kann und es als seinen Startpunkt einer Reise betrachten kann, sofern dafür Interesse besteht.

Der Beginn meiner Selbstbildung begann mit Informationen über den Stand der Schule, den Bau von Modellen für den Unterricht und Vorbereitungen für ein Bildungsprojekt  das bei dem Verein >INSYDE< beschrieben werden sollte.

                                                                                                                                                                             

                                                           https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/anfagsseite2.jpg  

                                                             Das Flüssige ist das sensible Chaos  

                                                       Strömungen in Flüssigkeiten von ihren schönsten Seiten.

Strömungen faszinieren wegen ihrer Dynamik, Vielgestaltigkeit, Sensibilität, Kraft, Schönheit usw. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn sie zu Urphänomenen der Natur erklärt werden. Wissen über sie findet sich schon in alten Märchen, Mythen und Sagen, aber auch in den ersten Zeugnissen von Naturphilosophie und Naturforschung. Bis heute werden sie als faszinierend und geheimnisvoll empfunden und stellen auch die moderne Wissenschaft immer noch vor zahlreiche ungelöste Rätsel. Theorien wie die Chaostheorie oder die Theorie komplex-dynamischer Systeme bieten zwar neue und erschließungsmächtige Erklärungsmodelle an. Ihre Begrenztheit wird aber schnell deutlich, wenn sie für Lösungen herangezogen werden etwa für eines der größten Themen unserer Zeit, den Klimawandel. Dabei geht es nicht mehr nur um die wissenschaftliche und technologische Beherrschung von Strömungen zu Lande, im Wasser oder in der Luft, sondern auch um Respekt, den die Menschen den spezifischen Eigenheiten dieses Planeten entgegen bringen müssen, wenn sie nicht natürliche Ressourcen unwiederbringlich zerstören wollen. Es stellt sich die Aufgabe, ein komplexes Spannungsfeld von Bestimmen durch den Menschen und Bestimmt werden durch die Natur produktiv zu organisieren, um die Herstellung einer „Partnerschaft von Mensch und Natur“ (Ernst BLOCH) oder um eine zentrale Zielstellung moderner Ökologie und nachhaltige Entwicklungen. 

Im normalen naturwissenschaftlichen Unterricht werden Strömungen kaum behandelt, weil das komplexe Phänomen zu seiner Erklärung und technischen Nutzung auch komplexe Theorien und Methoden erfordert, die über die Grenzen normalen Schulwissens hinausgehen. Deshalb wird auch hier ein anderer Zugang gewählt, der sich wissenschaftlich mit Ansätzen zu einer Phänomenologie in Verbindung bringen lässt, die sich als Fortsetzung der Naturforschung im Sinne Goethes versteht, der an die Stelle „harter Wissenschaft“ eine sanfte Empirie zu setzen versuchte. Phänomene werden dabei nicht mehr oder weniger gewaltsam manipuliert, um sie für seine Zwecke verfügbar zu machen. Ziel ist vielmehr, das Phänomen in seiner Eigenheit zu erfassen und seine Schönheiten zur Geltung zu bringen. Bekannte Beispiele für eine solche Vorgehensweise sind die Bücher „Das Flüssige ist das sensible Chaos“ von Theodor Schwenk, „Fassen – Fühlen – Bilden. Organerfahrungen im Umgang mit Phänomene“ von Hugo Kükelhaus und die dreibändige „Kymatik“ von Hans Jenny. Diese Arbeiten sind auch ein wichtige Grundlage und Orientierung für moderne Wissenschaftsmuseen und –Ausstellungen wie „Phänomena“, „Phänomenta“   „Heureka“ und andere. Wünschenswert wäre es, wenn das Phänomen „Strömungen“ als Mittel und als Einstieg in andere Wissens und Tätigkeitsbereiche dienen könnte, um sich damit ein in die Tiefe  wirkendes und beständiges, lebendig erlebtes Wissen anzueignen. Der Klimawandel zeigt, dass wir aus Unwissenheit, Ignoranz unsere eigene Lebenswelt zerstören und das Gefühl dabei haben, dass wir ja nicht die Schuldigen sind. Das trotz des Wissens aus neurologischen, pädagogischen und anderen einschlägigen Forschungen zum Lernen und Lehren, dass das Wichtigste für Lernerfolge die Umgebung, das selbst Erforschen und die Resonanz durch andere Personen ist. Auf diese Weise kann in uns das Erfahrene weiter wirken und zu selbständigen Denkanstößen, Tätigkeiten und Handeln anregen und befähigen.

Es geht in erster Linie um Didaktik der Naturwissenschaften, um bestimmte Zielgruppen um einen phänomenologischen Ansatz. Ich will zeigen, dass mit relativ einfachen Mitteln unterschiedliche Strömungen in Flüssigkeiten erzeugt werden können, um diese dann als Grundlage für Systembildung einzusetzen. Dazu stelle ich Versuchsaufbauten vor und damit verbundene Möglichkeiten, faszinierendes Anschauungsmaterial zu gewinnen. Das Ziel ist also nicht fertige Ergebnisse vorzustellen, sondern Anstöße für kreatives, konstruktives Denken und Arbeiten zu geben. um sich mit diesem überaus interessanten Gebiet, in welcher Form und auf welcher Ebene auch immer, auseinander zu setzen und weiter zu bilden.

 Vorrangig ist es also nicht dieses Thema für andere aufzubereiten sondern  für meine eigene, subjektive Weiterbildung zubenutzen.

                                                           
 
 
 

 

Betrachten wir unser Umfeld sehen wir Dinge ohne Namen.

Die Menschen geben erst diesen Dingen unterschiedliche Namen um kommunizieren zu können. Was sie von den Dingen sehen, was wahrgenommen wird ist die Gestalt, sind die äußeren Formen, nicht die Inhalte der Dinge.

Ein phänomenologischer Ansatz soll hier verfolgt werden um das Phänomen Strömungen durch Trennung von Form und Inhalt ganzheitlich zu untersuchen.

Ich bewege mich in den Grenzbereichen von Wissenschaft und Kunst. Nicht technische Verfügbarkeit und Naturbeherrschung wie etwa bei der Begradigung von Fließgewässern ist das Ziel, sondern das Eigenleben und die Selbstdarstellung von Strömungen sind Ausgangs- und Mittelpunkt. Es bietet sich so eine große Vielfältigkeit und Bandbreite, die dann wiederum die Grundlage für interessante Weiterbildung sein kann.

Es ist es sehr spannend, in eine sonst so nicht sichtbare Welt einzutauchen. Die Abläufe in den Flüssigkeiten sind dynamisch, laminar, turbulent, chaotisch, vielfältig, einmalig und schön in ihrer Art. Sie wirken wie Traumwelten und regen die Fantasie an. Es ergeben sich immer neue Möglichkeiten, die Strömungsbilder behutsam zu beeinflussen und sie dann in ihrer Selbstorganisation zu beobachten und zu dokumentieren.

Das Strömungsfenster   

      https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s12kurtfenster2bilder.jpg                            

 

Ich habe die Scheiben gerahmt und drehbar in ein Metallgestell eingebaut.

Die folgenden Angaben zum Material, den Werkzeugen sowie den Arbeitsgängen sind nur Vorschläge und Möglichkeiten. Der Optimierung und Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt, man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen und eigene Ideen ausprobieren.
Zur Herstellung sind zum größten Teil Materialien verwendet worden, die im Haushalt vorhanden sind oder in Kaufhäusern und Baumärkten erworben werden können.

Einige der hier verwendeten Exponate sind allerdings aufwendiger und können nur mit größerem handwerklichem Geschick oder durch Werkstätten hergestellt werden. Die Beschreibungen dieser Aufbauten habe ich jetzt bewusst herausgenommen, weil es heute andere und bessere Möglichkeiten gibt.

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s13.jpg

 

 

 Diese Strömungsfenster bestehen aus zwei verklebten Glasscheiben 50 x 50 cm mit einem Zwischenraum von ca. 0,4 cm. Gefüllt mit Spiritus und Aluminium Pulver.

 

 

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s13b4.jpg



https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/aaaaa.jpg

Strömungsbilder können sichtbar gemacht werden, wenn verschiedene Substanzen in Wechselwirkung miteinander gebracht werden. Zum Beispiel, indem Tinte in eine ruhende Flüssigkeit geträufelt wird. Es entwickelt sich ohne weiteres Zutun ein faszinierendes Eigenleben. 

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/3swald.jpg

Die hier vorgestellten Arbeiten bewegen sich in Grenzgebieten von Wissenschaft und Kunst. Nicht technische Verfügbarkeit und Naturbeherrschung wie etwa bei der Begradigung von Fließgewässern ist das Ziel, sondern das Eigenleben und die Selbstdarstellung von Strömungen sind Ausgangs- und Mittelpunkt. Es bietet sich so eine große Vielfältigkeit und Bandbreite, die dann wiederum die Grundlage für interessante und schöne Bilder ist. 

Wenn die erste Hürde, die Aufbauten der Geräteanordnungen genommen wurde, beginnt der eigentliche, kreative Teil. Es ist es sehr schön und spannend, in eine sonst so nicht sichtbare Welt einzutauchen. Die Abläufe in den Flüssigkeiten sind dynamisch, laminar, turbulent, chaotisch, vielfältig, einmalig und schön in ihrer Art. Sie wirken wie Traumwelten und regen die Fantasie an. Es ergeben sich immer neue Möglichkeiten, die Strömungsbilder behutsam zu beeinflussen und sie dann in ihrer Selbstorganisation zu beobachten und zu dokumentieren.

Dieses Spielen mit Strömungen kann auch soziale Beziehungen beeinflussen und bestimmen: Das Spielen mit den Möglichkeiten, das gegenseitige Aufmerksam machen, das Ergänzen, der Umgang mit den Geräten ruft gruppendynamische Wirkungen hervor, die sachbestimmt sind und für jede Aufsichtsperson, Lehrer/In oder Dozent/In, wünschenswert sind, weil sie äußeren Zwang und Disziplinierung überflüssig machen.

Es ist bekannt, wie wichtig für Lernerfolge die Umgebung (Kultur und Raum), das Selbst-Erforschen (Eigentätigkeit) und die soziale Resonanz, (Erfolg, Bestätigung und Lob durch andere Personen) ist. Diese Faktoren können selbständiges Arbeiten verstärken und dazu beitragen, dass beständiges und lebendiges Wissen erarbeitet wird, das über lange Zeiträume weiterwirkt. Das Austauschen, das Weitergeben von Wissen und Erfahrungen, vor allen an Jugendliche, ergänzt und festigt das eigene Wissen und damit auch das Verhalten.


Damit wird etwa ein grundlegendes Problem schulischen Lernens überwindbar, das dadurch entsteht, dass man sich innerhalb eines Schultages zehn und mehr verschiedenen Sachen zuwenden muss.  

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s6gelantinetropfen2x.jpg   

 Das Bildungsprojekt wurde  von Herrn Priv. Droz. Dr. W. Walgenbach im interkulturellen Netzwerk „Interdisziplinär Self-System Design INSYDE“ (www.Systembildung.deveröffentlicht. 

Angeregt durch die Arbeit im Projekt
 entstand auch,1989 ein von mir gedrehter Videofilm, aus dem ein großer Teil der hier vorgestellten Bilder über Strömungen in Flüssigkeiten entnommen ist.

Der Video-Film zeigt Vermischungen, Faltungen und Drehungen, Verwirbelungen und Grenzschichten unterschiedlicher Flüssigkeiten, die miteinander wechselwirken, sei es durch Farbe, Licht, Gegenstände, Flüssigkeiten verschiedener Viskosität, Einstellungen der Kamera und Blickwinkel zum Objekt.
Die Videoaufnahmen wurden mit analogen VHS- und S-VHS Kameras hergestellt. Die weitere Verarbeitung erfolgte mit analogen Bearbeitungsgeräten und später mit einem Pinnacle Studio 8 Computerprogramm

Beeinflusst wird die Strukturbildung hauptsächlich durch Wärme (Licht), Rühren, Falten, Drehen und durch Zugabe unterschiedlicher Teilchen.

Sollen Bilder mit hohen Qualitätsanforderungen entstehen, so hängt das natürlich sehr stark von der vorhandenen technischen Ausstattung und von den eigenen fotographischen Fähigkeiten ab. Bestimmte Kenntnisse in der Computer-Bildbearbeitung sollten vorhanden sein, um zu akzeptablen Ergebnissen zu kommen.
Der kreative Anteil besteht im Spiel mit dem Licht und Aufnahmen mit der auf dem Kopf stehenden Videokamera.
Es stellt sich generell die Frage, welche Ansprüche an die Qualität derjenige hat, der sich diese flüssigen Strömungen als Bildobjekte aussucht.

 


Ursache und Wirkung ist ein Grundprinzip.
Aus kleinen Änderungen in der Ursache können große Wirkungen entstehen und daraus dann zu einer neuen Ursache werden uns.

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Herabsinkende Flüssigkeit

 

Kaum oder nicht wahrnehmbar für uns Menschen reagiert Flüssigkeit auf kleinste Veränderungen. Ein Tropfen kann sehr groß sein bzw. werden. Wenn er in die Oberfläche einer Flüssigkeit eindringt, vermischt er sich nicht sofort, sondern breitet sich wie ein Netz aus, bis er seine größtmögliche Oberfläche erreicht hat. Sein molekulares Gitter schützt ihn vor dem sofortigen Zerfall.

Die Flüssigkeiten unterscheiden sich von festen Körpern durch die leichte Verschiebbarkeit der Teilchen. Betrachtet man sie unter dem Gesichtspunkt des Energieaustausches, so sind bei festen Körpern enorme Kräfte nötig, um sie zu verändern und zu verformen. Beim Eindringen eines Mediums weichen die vorhandenen Teilchen aus oder zurück und nehmen die Kräfte, die zur Formänderung nötig sind, vollständig auf. Um diese Kräfte aufzunehmen, setzen sie dem eindringenden Teilchen einen Widerstand entgegen. Man spricht von innerer Reibung oder Zähigkeit der Flüssigkeit. Auf diese Weise findet zwischen den ruhenden und den eindringenden Teilchen ein Energieaustausch statt, bis sie im Gleichgewicht zur Ruhe kommt.

Neben den leicht beweglichen gibt es sehr zähe Flüssigkeiten wie z.B. Teer, deren Widerstand gegen Formänderungen sehr hoch ist. Der Energieaustausch zeigt daher zeitlich deutliche Unterschiede und erfolgt damit auch anders.

Jedes Medium setzt andere Betrachtungsweisen voraus, da sich das Verhalten der Stoffe mit jeder sich ändernden Bedingung anders verhält. Hierzu lassen sich im Internet viele Informationen finden, z.B. bei Wikipedia.
Lernen bedeutet: Zu begreifen, dass nicht nur das Endergebnis, sondern der Weg wichtig ist.

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s9pimmel2x.jpg

Die Herstellung der Tropfen-Bilder ist relativ einfach. Soll es ein Film werden, wird eine Videokamera entweder normal aufgebaut oder umgekehrt auf einem Stativ montiert bzw. bei Freihand- Aufnahmen auf den Kopf gehalten, so dass die Bilder in der Kamera und später bei der Wiedergabe auf dem Kopf zu sehen sind. 

Mit einem Fotoapparat muss man nicht den Aufwand betreiben, da die Bilder später in den Bearbeitungsprogrammen gedreht werden können.

Benötigt wird weiter ein durchsichtiger Behälter von ca. 1-2 Lfr. (z B. Glasbehälter, Vase, Acrylglas/Ikea), ferner Tinten, Wasser, Spritzen (in Apotheken oder Drogerien erhältlich), helle Lampen, buntes Glas oder Folien, die vor die Lampen halten und so Lichteffekte erzeugen kann. Weiterhin wird auch Pappe o.ä. benötigt, die als Hintergrund hinter s oder in das Glas gestellt wird, um Spiegelungen zu vermeiden.

Ist das Equipment vollständig, kann mit den Arbeiten begonnen werden.

Das Glas wird randvoll mit Wasser gefüllt und solange stehen gelassen (evtl. auch über eine Nacht), bis sich das Wasser beruhigt hat und blasenfrei ist. Je ruhiger es ist, desto langsamer sinkt die Tinte und verteilt sich besser. Günstig ist es, für jede Farbe eine Spritze zu nehmen, um schnell eine andere Farbe hinzufügen zu können, da die Tinte relativ schnell absinkt.

Eine gute Arbeitsteilung ist: einer bedient die Kamera, ein anderer lässt die Tinte tröpfeln und ein Dritter sorgt für Lichteffekte. Mit ein wenig mehr Aufwand geht es aber auch ohne fremde Hilfe.

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                                                                                                           https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s10tropfen2.jpg            

                                                                                                                                                                                                                                  Um 180 Grad gedrehte Bilder.   Tinte, Wasser

 

Oberflächen - Bilder vom Strömungsfenster

 
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Spiritus, Alu - Pulver, buntes Glas, Licht   

   

Vorsicht! Wenn mit Spiritus gearbeitet wird, besteht Brandgefahr.

 

 


Oberflächen-Bilder

 

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Strömungsbilder dieser Art gibt es überall, man muss sie nur sehen wollen. Wenn etwa morgens die Kaffeesahne in die Tasse fliest und Kaffee langsam dazu gegossen wird, werden schon die ersten Strömungsbilder erzeugt. Das Altöl vom Rasenmäher in der Fotoschale, in die zufällig eine Messingscheibe fällt, oder der Eimer Wasser im Gewächshaus, auf dem sich ein Algen-Öl -Gemisch gebildet hat, liefern weitere Bilder, die in bestimmten Situationen entstehen, sich selbst organisieren und einfach da sind.

Solche Bilder können aber auch bewusst hergestellt werden, wie etwa Blumen in der Milch mit der Tinte. Die Vorbereitung erfolgt so: Ein flacher Teller wird mit Milch befüllt, dann werden darin die Blumen angeordnet. Tröpfelt man Tinte in die Milch und zieht einen Bleistift oder ähnliches durch die Milch, so entstehen Strömungen. Es bieten sich viele Möglichkeiten, kreativ zu werden, denn die Natur ist eine unübertreffliche Quelle, wenn der Blick bewusst auf diese Art Bilder gelenkt wird.


Wirbel 










Um einen Wirbel zu beschreiben, ist einiges an naturwissenschaftlichem Wissen notwendig, dass hier nicht eingebracht werden kann. Deshalb wird eine

Beschreibung aus dem Internet eingefügt, die zum Beispiel in Wikipedia zu finden ist:  

„Instabile Strömungen und andere instabile Vorgänge (von lat. instabiles) sind Bewegungen, deren Verlauf nicht oder nur unsicher vorauszusehen ist. Sie werden durch äußere und innere Störungen entscheidend beeinflusst - was sie mit dem Überbegriff " instabile Systeme gemeinsam haben.

Instabile Strömungen sind Bewegungen, hier in Flüssigkeiten, die ungeordnet ablaufen. Im Gegensatz zur laminaren herrscht nicht ein- oder zweidimensionale Bewegung vor, sondern die Teilchen haben auch "zufällige" und 3D-Bewegungen. Deren Verlauf zeigt räumlich oder zeitlich starke Änderungen unterworfen und sie sind mit Durchmischungs-Vorgängen verbunden - vor allem mit Turbulenzen bzw. stationären und instationären

Wirbeln (Flüssigkeiten und Gase), die nicht "glatt" oder geordnet, techn. Fachausdruck“ 

Ein Maß für die Instabilität einer Strömung ist die sog. Reynolds- Zahl (Re), die auf hängt von der Strömungsgeschwindigkeit, vom Rohrdurchmesser und der Viskosität der Flüssigkeit ab. Wird die Geschwindigkeit oder der Rohr-Querschnitt zu groß oder die Viskosität zu klein, dann wird die Strömung instabil,

Reynolds Zahl stellte 1883 bei Versuchen mit gefärbtem Wasser fest, dass sich im Glasrohr erst ab einer gewissen Geschwindigkeit Verwirbelungen bilden.

In der Technik, Medizin und vielen Naturwissenschaften ist die Untersuchung solcher Instabilitäten ein wichtiges Thema der

Forschung

Für die Fotografie sind das wenig relevante Informationen, denn hier sollen ja in erster Linie instabile Strömungen entstehen, um an möglichst einmalige Aufnahmen zu kommen. Wer jedoch Interesse hat, über die Bilder hinaus mehr über instabile Systeme oder Strömungen zu erfahren, findet bei Wikipedia   eine Fülle an Informationen in sehr verständlichen Worten.

Um Wirbel zu beobachten, gibt es viele Möglichkeiten in der Luft als Taifun, in der Wüste als Windhose und in der Badewanne, wenn das Wasser abgelassen wird. Sie entstehen und verschwinden wieder. Da das schlecht ist für die Forschung und das Fotografieren können künstliche Wirbel erzeugt werden.

Wenn Du denkst, Du möchtest etwas tun, dann tue es, sonst hast Du umsonst gedacht.
 

Drehende Zylinder
https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/selterkbildzyl.jpg

Wasser, Tinte, Neon Farbe                                            

Als Aufbau wird wieder der Selterskasten mit Akkubohrer
und Plastik-Blumenuntersetzer verwendet. Um das
Rutschen des auf dem Untersetzer stehenden Acrylglases
zu verhindern, wird zwischen beiden ein feuchtes Tuch
gelegt.

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/poster6zylinder.jpg 

Gefühlvolles Umgehen mit der Drehgeschwindigkeit und
vorsichtiges Einspritzen einer geringen Menge
Tinte sind Voraussetzung für das Gelingen eines drehenden Zylinders.

Andere Ideen und neue Möglichkeiten sollten immer wieder ausprobiert werden

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s24fertigeseitezylinder.jpg 

 

 

                                                                                                                                  https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s27buchseiteg.jpg 

 

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s29buchseitea.jpg 

 

 

Durch willkürliche Rotation entstandene Bilder

Um an erste Zylinderbilder zu kommen, genügt schon ein großes zylindrisches Glas und eine Leiste oder ein Lineal, mit dem das Wasser in dem Glas mit seitlich-runden Bewegungen in leichte Rotation versetzt wird. Es können zwar keine gleichmäßig-geraden Zylinder erzeugt werden, aber eine Vielzahl der hier gezeigten Bilder ist so entstanden.

 
Ein viereckiges Gefäß wie zum Beispiel ein Aquarium hat natürliche andere Voraussetzungen, wenn die Flüssigkeit darin in Rotation versetzt wird. Durch leichte Bewegung der Flüssigkeit entstehen mehr in die Breite gehende Abläufe.

 
Die Einmaligkeit, die Nicht-Reproduzierbarkeit, die Zufälligkeit und die Schönheit dieser Bilder motiviert zu immer neuen Versuchen, etwas zu verändern. Es kann z.B. anstatt Wasser, Öl oder Glyzerin genommen werden, anstatt Tinte und Saft können andere Färbemittel benutzt werden. Der Haushalt, der Keller und die Baumärkte sind unerschöpfliche Quellen, um kreative Ideen zu entwickeln und auszuleben.



                                                                                                                                      https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/poste7teilchen.jpg

Bilder die mit einem Mikroskop und aufgesetzter Kamera gemacht werden, zeigen ganz besonders die Empfindlichkeiten mit der die verschiedenen Flüssigkeiten auf veränderte Bedingungen reagieren. Die Betrachtungsweisen die das Mikroskop ermöglicht, also nur die Oberfläche oder schrittweise tiefer gehend bis durchscheinend, gibt den Blick auf eine sehr dynamische, laminar bis chaotisch, sich ordnende zwei bis drei dimensionale Welt wieder.

Die Voraussetzung um hier einzutauchen und diese Lebendigkeit zu erleben ist ein Mikroskop. Mit einer Fotokamera oder einen Camcorder die auf dem Mikroskop montierbar sind, lassen sich diese einmaligen Momente festhalten. Die Aufnahmen hier sind mit einem Gemisch aus Wasser oder Spiritus und Aluminiumpulver entstanden. Die Flüssigkeit wurde auf einem Objektträger, in einem Uhrglas, beziehungsweise einer Petrischale unter das Mikroskop gestellt und gewartet bis die Flüssigkeit zur Ruhe gekommen ist und die Alu. -Teilchen sich am Boden abgesetzt haben. Durch Atemluft oder mit Licht wurden dem System entweder von unten, der Seite und oben Energie zugeführt, so dass eine Strömung aufkommt und die Teilchen sich in die Strömungsrichtungen bewegen.

                                                                                                                                      https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/4xteilchen.jpg

In einem Gemisch aus Wasser und Öl plus Alu. – Teilchen war zu beobachten, dass sich ein System bildete in dem sich eine seitlich rollende und eine parallele, aufwärtsstrebende Bewegung zur gleichen Zeit entwickeln konnte

Betrachtet man das unter phänomenologischen Gesichtspunkten werfen sich Fragen nach Erklärungen auf, was sind Systeme? was sind Grenzen? was sind Energiepotenziale? Die Wissenschaft versucht die Vorgänge zu verstehen und diese Art von Fragen zu beantworten. In einigen Fachbereichen liegen Ergebnisse vor, in anderen wird heftig, zum Beispiel um Begriffsbestimmungen, gestritten.

 

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/teilchraufrunter2x.jpg


     

Ein Behälter wird mit Glyzerin oder Silikonöl befüllt. Durch die auf und abwärts Bewegung zweier Plexiglasscheiben im Behälter im wird die Flüssigkeit gefaltet. Sie wird durch die Zähigkeit in der aufwärts Bewegung mit nach oben genommen und umgekehrt nach unten weggedrückt. Um dieses Falten sichtbar zu machen wurde eine fluoreszierende Farbe genommen. Mit einer UV-Licht – Lampe wurde der Faltvorgang dann in einem abgedunkelten Raum ausgeleuchtet.

Da die benutzte analog Kamera 1989 noch nicht ausgelegt war im Dunkeln Videoaufnahmen zu machen, ist die Qualität der Bilder dem entsprechend schlecht. Sie deswegen nicht zu zeigen wäre nicht gut, da sie auch wie die anderen Bilder im Aufbau, in der Formgebung, in der Ordnung doch sehr ungewöhnlich sind.

Mit dem heutigen Equipment und einen professionellen Aufbau der Geräteanordnung müssten ähnliche Bilder in großer Qualität hergestellt werden können.

 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/s32falten6bilder.jpg

 

                                                                                                                       2 Plexiglasscheiben bewegen sich senkrecht an der rechten und linken Seite rauf und runter.


                                                                                                                           https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/falten6bilderausw2.jpg

                                                                                                                            https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/falten6bilderausw3.jpg

                                                                                                                                      
 
1 Plexiglasscheibe bewegt sich an der rechten Seite hoch und runter.

 

 

 

    

Eine andere Anordnung ist waagerecht aufgebaut, so dass die 2 Plexiglasscheiben sich seitlich hin und her bewegen können.
Es ist so auch möglich die Faltung von oben zu fotografieren, allerdings wurde die Qualität dadurch auch nicht besser.

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/6faltenwaage.jpg

 


https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/6bilderdraufsichtschw.jpg

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/3bilderfalten.jpg 

https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/6xfaltenwageb.jpg 

 

 

 

 

 

 

Ein anderer Geräteaufbau für drehendes Falten

Hier können je nachdem wie sich zwei Scheiben in einem  beidseitlich geschlossenen Rohr drehen.

Befüllt wurde dieses Rohr mit Glyzerin und fluoreszierendem Farbstoff sowie Tinte,
zum Ausleuchten wurden UV-Lampen benutzt.





https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/6bilderblaugelba.jpg




https://img.webme.com/pic/k/kurt-niemann/6bilderblaugelbc.jpg



Weitere Bilder und Texte folgen

 

 
 
 

   

 
 
 

 




 
 
 

 
 

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