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                                 Ich bin, alles Nicht-Ich ist bloß Phänomen.

Der Wald, der Baum, die Eiche in meiner phänomenologischen Wahrnehmung.

Der folgende Bericht ist als mein persönliches Logbuch zu verstehen.
Es zeigt die Wege und Themenbereiche auf, in denen ich mich bewegt und informiert habe. Leitfaden dazu waren sechs unterschiedliche Handlungsfelder, die ich in ersten Schritten versucht habe zu verstehen. Sie dann, im Bezug zum Wald (Baum, Eiche) benutzte um mir im Spannungsfeld einer phänomenologischen Sichtweise die Produktion von Wissen über Wissen anzueignen.
Dieses Projekt hat mir den Blick und die Türen zu einem ganz persönlichen, subjektiven Wissen eröffnet, welche ich sonst in dieser Gesamtheit und Intensität nicht wahrgenommen hätte.

 Einführung.
Das wissenschaftliche Konzept >Interdisziplinäre System-Bildung< ist von Herrn PD Dr. Walgenbach erarbeitet und als Buch und im Internet unter www.systembildung.de und 
www.insyde.de  veröffentlicht worden.
In dem Konzept wurden unter Anderen sechs Handlungsfelder entwickelt und untersucht mit dem Ziel sich neues Wissen anzueignen.
Unterschieden wurde zwischen folgenden Feldern:
 
1. INTUITIVE SYSTEME: Gestalten.

2. KÜNSTLERISCHE SYSTEME. Formen

3. NATURWISSENSCHAFTLICHE SYSTEME: Strukturen.

4. FORMAL – ABSTRAKTE SYSTEME: Texturen

5. TECHNOLOGISCHE SYSTEME: Artefakte.

6. ÖKOLOGISCHE SYSTEME: Konkrete Utopien

Bevor ich auf die Handlungsfeldern eingehe der Versuch, meine Gedanken auf wesentliche Grundlagen, bezogen auf das Projekt, zu fokussieren.

So verstehe ich es so, dass die sechs verschiedenen Handlungsfelder immer aufeinander bezogen sind. Grundlegend ist dabei eine Entwicklungslogik die auf dem Spannungsverhältnis von Inhalt und Form aufbaut. Durch die Trennung von Inhalt und Form durch immer stärkere Konzentration auf das Formale, wird eine Ebene hoher Abstraktion erreicht, die einen Zugang zur Welt des Möglichen eröffnet. Zum Problem wird schließlich, wie man Wirklichkeit und Möglichkeit in konkrete Utopien miteinander in ein produktives Wechselspiel bringen kann. Das Wissen über die Verschiedenartigkeit von Inhalt und Formen kann bei Denkentwürfen zu einem wichtigen Mittel bewusster menschlicher Tätigkeit werden.
Eine Entwicklung wäre wie aus Etwas, etwas Neues entstehen könnte.
Gegenstand hierbei ist die Selbstreflexion im Wechselspiel von Materiellem und Ideellem. Ausgehend von der Idee der >Selbsttätigkeit< als Konstitution und Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, ist das Endziel die eigene Wissensgestaltung.  Dieser Ansatz soll mit seiner Komplexität und dem theoretischen Hintergrund in meinem Projekt benutzt werden,
um Wissen über Wissen und über mich selbst zu erlangen.
Dieses wird im Zusammenhang mit meiner Subjektivität und heuristischen Mitteln in der Form von Selbsttätigkeit und Handeln erfolgen.

Das Handeln und der Reiz liegen darin ein Objekt, das ETWAS, in eigener Initiative und Kreativität zu erforschen und die Vielfältigkeit, das Komplexe des ETWAS zu verstehen, sich dadurch beeinflussen zu lassen und mit neuen Ideen dann weiter zu entwickeln.Hilfreich dafür ist, dass die Wissenschaft und die Wirtschaft im Zusammenhang mit neuen Technologien sich in der heutigen Zeit weit geöffnet haben. Die Nutzungen ihrer Ressourcen und Wissensgebiete schaffen so für alle Möglichkeiten für neue Selbstbildung und Bildungswege.
Jedoch der allgemeine Bildungsweg und der Bildungsbegriff sind sehr vieldeutig und können je nach subjektiver Identität, Region, Religion und der Zeit immer anders verstanden werden.

Bildung wurde zu jeder Zeit als Forschungsschwerpunkt bearbeitet und immer wieder neu erfunden und verändert. Je nach Forschungstand, politischer Willensbildung und wirtschaftlichen Interessen. 
Die ständigen Veränderungen verhindert, dass subjektive Qualitäten sich entwickeln können.
Daher sind pragmatische andere Bildungsansätze, wie INSYDE, vernetztes Denken durch das Internet willkommen, die zeitgerecht den Einzelnen in seiner Identität und Wissensbildung unterstützen und fördern können. 
Deswegen ist ein ganzheitlicher, interdisziplinärer, phänomenologischer Ansatz der Ausgangsgedanke des Projekts. 
Kreativität ist die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Subjektivität, die in Symbiose leben und ständig Wechselwirken.
Daraus folgt, dass durch die Wahrnehmung, dem Erlebten, Erlernten, Erfahrenen, dem subjektiven Wissen jeder die Dinge des Lebens anders beurteilt und dann zu anderen Ergebnissen kommt. 
Die Ganzheitlichkeit, das Umfassende, das Einbeziehen aller Faktoren steht deshalb hier im Vordergrund, anders als das wissenschaftliche Arbeiten, wo oft nur ein kleiner ausgewählter Teilaspekt gründlich untersucht, erforscht und bewiesen wird. Die Handlungsfelder mit ihren mit Bedacht gewählten Schritten bieten einen die Möglichkeit, durch das Beschäftigen mit dem nicht völlig Unbekannten alle zugehörigen Faktoren und Aspekten als ein umfassendes Wissenspaket aufzubereiten, so dass neues Wissen entstehen kann.
In dem Bildungsprojekt von Herrn Wagenbach wird eine Wirbelstraße als Untersuchungsobjekt eingesetzt. Sie kann als eine Miniaturwelt gesehen werden die exemplarisch für bestimmte Bereiche, in ihrer ganzen Komplexität repräsentativ ist.  Der Mensch erweitert seine Möglichkeiten und entwickelt technische Hilfsmittel, die uns in Abhängigkeit des Bildungstandes Einblicke in unbekannte Welten gewähren und neue Wissensgebiete eröffnen. 
Diese Einblicke können wir nutzen, um in einer evolutionären, mutierenden Entwicklung aus den erhaltenen Erkenntnissen Dinge neu zu entdecken, sie benennen, bewerten und verändern. 
Der hier vertretene phänomenologische Ansatz bedeutet, dass ein Objekt erst als eine Einheit, als ein Ganzes erfasst wird, um dann in weiteren Schritten in die Details zu gehen und diese unabhängig aber bezogen auf einander zu bearbeiten.   
Die einzelnen Tätigkeitsfelder sind als eine Leitlinie zu verstehen die immer zu etwas Neuem führen sollte und es so zu einer Weiterentwicklung und höherer Komplexität führt.

Um ETWAS als ETWAS wahrzunehmen braucht es ETWAS.
Als ETWAS habe ich den Wald und die Bäume gewählt.
Die Eiche im speziellen, um sie als eine Miniarturwelt, einen eigenen gesamten Kosmos, als System, zu erfassen und zu erleben. Um diese Miniaturwelt annähernd wahrzunehmen und zu erkennen, benutzt der Mensch Analogieschlüsse: Er macht sich über Sinnes-Wahrnehmungen ein Bild von der Welt als Modell und interpretiert es dann. Kognitive Prozesse des Erkennens und Problemlösens, die auf Konzepte einer Systemtheorie Bezug nehmen, werden oft unter dem Begriff Systemdenken zusammengefasst. Die Systemtheorie ist eine interdisziplinäre Betrachtungsweise, in der grundlegende Aspekte und Prinzipien von Systemen zur Beschreibung und Erklärung unter-schiedlich komplexer Phänomene herangezogen werden, unter Einbeziehung von vielfältigen evolutionären Bildungs- und Forschungsgebieten. Die Systemtheorie verfolgt das Ziel, der Zersplitterung des Wissens entgegenzuwirken.

Das hier vertretene Systemdenken ist grundlegend für die Erkenntnis, dass Systeme nicht einfach gegeben sind, sondern von Menschen in einem Spannungsfeld von Determination und Konstruktion gemacht werden.
Verhältnis Subjekt / Objekt. (Ich und die Welt)

Alle Menschen sind Systemkonstrukteure und jeder versucht zu bestimmen, was für ihn das Größte, das Kleinste und das Beste sein kann. Für jeden Menschen ist das System das er konstruiert sein Leben, sein Ich, seine
                                                   
Identität

Nachfolgend will ich versuchen einige der hier benutzten Begriffe für mich einzuordnen.
 Natürlich in sehr vereinfachter Form da eine wissenschaftliche Systembeschreibung vielfältiger und umfassender ist und sein muss.
Das System von dem ich ausgehe besteht aus vier Komponenten.

                Was ist ein Objekt, ein Subjekt und Raum/Zeit?

Welche Wechselwirkungs-Prozesse im System, bezogen auf die Naturgesetze, den Baum und die Menschen beinhalten diese 4 Begriffe? 
Objekt, Subjekt, Raum/Zeit =
Zusammen gefasst kann es als ein allumfassendes System betrachtet werden.

Das Objekt: Der Gegenstand, auf dem sich das Handeln bezieht.
Der Begriff Objekt (Latein: obiectum, das Entgegengeworfene) Objekt wird oft als Synonym für
Gegenstand verwendet. In diesem Sinne gilt „Objekt“ mit „Eigenschaft“ und „Ereignis“ als grundlegende ontologische Kategorie, die zusammen alles Existierende, alle Entitäten, umfassen soll.
Das Subjekt
:

Ich, das denkende, handelnde Wesen, von meiner eigenen Person ausgehend, ein seitig und voreingenommen? 
Eine subjektive Betrachtungsweise ist die individuelle Betrachtung, da man persönliche Gefühle und Erfahrungen in die Betrachtung einfließen lässt.  Eine objektive Betrachtungsweise ist die objektive Betrachtung, d.h. so neutral und wertfrei wie möglich. Eine absolute Objektivität ist jedoch unmöglich, da sich Objekte (Dinge, Kant) nur durch die individuellen Erscheinungen definiert lässen. Seit dem Dualismus Descartes wurde das Objekt dem Subjekt gegenübergestellt (Subjekt-Objekt-Spaltung)
Die von
Descartes beschriebene Subjekt/Objekt-Spaltung beinhaltet ein statisches Verhältnis zwischen Objekt und Subjekt. Aber ein Subjekt mag im ontologischen Sinne durchaus auch als Objekt gelten. (Verwischungen.) 

Aus diesem Grunde wird in vielen Bereichen heute eine Fuzzi-Logik (Und / Oder) angewendet, um verwischende, unbestimmte, unscharfe Grenzen zu erfassen und mit einzubeziehen. Mit dem heutigen Wissen und den digitalen Möglichkeiten kommen wir mit dem Begriffen der Kausalität  Ursache/Wirkung = Wechselwirkung, alleine nicht mehr weiter. Deswegen wird heute von einem neuzeitlichen Dynamischen - Dialektischen- Verhältnis ausgegangen.
Im
symbolischen Interaktionismus wird die Bedeutung von Objekten im symbolisch vermittelten Handlungsprozess hervorgebracht. Ähnlich versucht die Philosophie die Handlungstheorie im Handeln beginnen zu lassen, um dadurch die Opposition des Objekts im Vorwege zu vermeiden. Eine Subjekt-Objekt-Philosophie wurde durch Nietzsche und Marx repräsentiert. Die Subjekte werden von den von ihnen selbst geschaffenen Objekt-Produkten bestimmt. Dies wird in unserem Sprachgebrauch als Sachzwang bezeichnet. Die Sachen zwingen die Menschen zu einem bestimmten Verhalten.
Der entscheidende Unterschied zum Dualismus ist, dass das Subjekt als das Aktive, während das Objekt als das Passive definiert wird. Es ist das aktive Wahrnehmende, also die Sinne des Menschen und es ist unabdingbarer Bestandteil unseres Daseins.

Raum/Zeit:

Seit der Epoche der vorsokratischen Philosophen, deren Gedanken über die Zeit uns nur in dunklen Sätzen überliefert sind, bis zu den modernen Bemühungen, Zeit wissenschaftstheoretisch präzise zu fassen, hat wohl jede Generation sich mit dem Problem der Zeit und der Vergänglichkeit denkend und erfahrend auseinandergesetzt. Zwischen Deutungen der Zeit als einem nur subjektiven Phänomen und der Annahme einer objektiven, von der Physik vorgegebenen Zeit, hat sich die Mannigfaltigkeit der Zeitinterpretation verschiedener philosophischer Schulen und unterschiedlicher Spezialwissenschaften entfaltet.
Das menschliche Gehirn ist der Ort im Weltall, wo sich subjektive und objektive Zeit treffen. Die Gehirnfunktionen ermöglichen es in der Zeit, über die Zeit zu reflektieren.

Zeit als subjektives Phänomen und auch Zeit als gerichtete oder ungerichtete Eigenschaften unserer physikalischen oder biologischen Umwelt sie sind letztlich nicht voneinander zu trennen.                     Otto-Joachim Grüsser , Die Zeit, Pipper 

Wir erleben nicht die Zeit, die vergeht von der Wahrnehmung eines Sinnes -signals bis zum Gehirn, nicht die Arbeit des Unterbewusstseins. Wir denken, dass wir alles sofort erleben. Das Gehirn sammelt Erfahrungen, und jede Erfahrung hinterlässt einen Abdruck im Gehirn und damit Erinnerungen, die immer mit Gefühlen markiert sind, je stärker das Gefühl ist, je stärker die Erinnerung.
Als Menschen können wir also nie die Realität an sich, sondern nur unsere subjektive Wahrnehmung der Realität kennen.
Jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit. 

Damit definieren wir das Ich und das Wissen, um sich mit Anderen austauschen zu können. Da die Prozesse unbewusst ablaufen aber wir Menschen die Welt auf ähnliche Weise interpretieren bilden wir so über die Semiotik, die Sprache und die Symbolik unsere Identitäten.
Rudolf Steiner äußerte sich so:
Es gibt eben keine andere Möglichkeit, als im Menschen aufzusuchen, das Wesen desjenigen, was uns äußerlich in seinen Erscheinungen entgegentritt.
                                                                                                    Rudolf Steiner
Nach Kant können wir nur Erscheinungen aber keine Dinge an sich erkennen, weil jedem die Dinge anders erscheinen und er sie anders wahrnimmt.
Das Visuelle, also das Sehen von Bildern sind physikalische Prozesse. Sie geben Bilddaten von Erscheinungen an das Gehirn in Form von elektrischen Impulsen weiter. Dort werden sie abstrakt zu Ab- oder zu Einbildungen, je nach dem, in welchem Kontext sie verarbeitet und gespeichert werden. Wie erwähnt bleibt ein Bild immer subjektiv, dieses wird mit Bedeutung, mit Emotionen, mit Eindrücken, aber auch mit körperlichen und sinnlichen Begebenheiten aufgenommen. Aus diesem Kontext ergibt sich, dass Bilder immer Ganzheitliches wieder geben, sie repräsentieren ganze Gedanken-Systeme.
Unser Gehirn bestimmt, wie uns die Welt erscheint. 

Der Bildungsbereich benötigt interdisziplinäre, vernetzte Lösungen um diese sich ganzheitlich bildenden Systeme zu begreifen und positiv zu verarbeiten. Gerade in dieser neuen Postfaktischen Zeit mit den globalen Systemen, in dem es heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht, und die nicht nur Nutzen bringen, sondern auch Unklarheit, Ungleichheiten und Kriege.
Welche Veränderungen finden in unseren Wahrnehmungen durch die Überflutung, mit durch Menschen und Maschinen gemachten Informationen und nicht realen, sondern konstruierten Welten statt. Durch Big Data-Computer und der transhumanen künstlichen Intelligenz (KI) wird gezeigt, dass in ihnen keine Narrative mehr herrschen, im Sinne großer sinnstiftender, analoger Erzählungen.
Wie auch konkrete Gründe, Wünsche, Ziele und Konventionen. 
Stattdessen geht es um funktionale Optimierung seelenloser Algorithmen die ausschließlich in den Bereichen der Ökonomie liegen. 
Werden sie uns neben den Erfordernissen und Beschwerlichkeiten des Alltags auch die Sinnstiftung abnehmen?

Verändern sich und wie verändern sich die Lebens und Lernbedingungen der nachfolgenden Generationen?

Tätigkeitstheorie: 

Für die Tätigkeitstheorie ist der Gegenstand der Tätigkeit konstitutiv (festsetzend, bestimmend). Zu ihm setzt sich der Mensch, das Subjekt, über seine Tätigkeit (Handeln) in Beziehung, um ihn, den Gegenstand, sich anzueignen und zu erforschen.
Es findet also ständig eine Wechselwirkung in dem System zwischen Subjekt und dem Objekt statt. Ursache und Wirkung ist interpretierbar als zirkuläre Kausalität, die kann zeitlich so schnell ablaufen, dass Ursache und Wirkung nicht mehr zu unterscheiden sind oder genauer ein simultaner Prozess abläuft.
Die zirkuläre Kausalität liegt dann in der Mitte eines Spannungsfelds, dessen einer Pol die Kausalität (Ursache und Wirkung) und dessen anderer Pol die Wechselwirkung ist. Wechselwirkung kann dabei auch selber als Ursache der Entstehung und Entwicklung auf der Grundlage von Wechselwirkung begriffen werden.

Wechselwirkung ist dann Ursache von Wechselwirkung.
Die Buddhisten sprechen hier von Tao, es bedeutet, dass die Welt, von der wir ein Teil sind, kein unabhängiges Wesen sein kann. Das Allumfassende ist im Fluss, ein Strom von Zuständen. Alle Dinge hängen von den anderen Dingen ab, nichts existiert für sich und losgelöst von dem Anderen.
Die Dinge existieren nie aus sich heraus, sondern immer durch Wechselbeziehungen (Kausalität).
Sagt der Dalai Lama, im Buch die Kraft des Buddhismus und der Zustand der Welt.

Hermeneutik:

Erfahrungen, Erklären, Auslegen, Übersetzen. Sie ist eine Theorie über die Auslegung von Werken und über das Verstehen. Beim Verstehen verwendet der Mensch Symbole. Er ist in eine Welt von Zeichen und in einer Gemeinschaft eingebunden, die gemeinsame Sprachen benutzen. Nicht nur in Texte, sondern in allen menschlichen Schöpfungen ist Sinn eingegangen, diesen Sinn herauszulesen ist eine hermeneutische Aufgabe.Hier wird es so verstanden, dass ein Ding (Kant), hier der Baum, erst zu einem Baum wird, wenn ein Mensch ihn als Erscheinung mit seinen Sinnen erwählt und ihm einen Sinn und Namen gibt. Und ihn in seiner Gesamtheit als Gestalt, als Inhalt und Form und seinen Eigenheiten zu verstehen sucht. Dieses Wissen sollte dazu führen, seinen Lebensraum und seine Bedeutung für den Menschen zu erkennen und zu würdigen. Mit dem daraus erwachsenden Wissen ergibt sich einer der größten Herausforderung und Fragen für die Menschheit:
Wie kommen wir zu einem ökologischen Wandel?

Denn so wie wir mit dem empfindsamen System Natur umgehen, zerstören und dezimieren wir uns selber, ebenso die Tier und Pflanzenwelt sowie die Atmosphäre mit ihren lebenswichtigen Funktionen.
Im Umgang mit der Natur sah der Philosoph Ernst Bloch drei historische aufeinander folgende Möglichkeiten:

- In der Phase des Naturzwangs dominierten die Naturgewalten.

- In der heutigen Phase der Naturbeherrschung, dominiert der Mensch mit Hilfe der

  Wissenschaft und Technik über die Natur, er zerstört sie aber zunehmend.

- In Zukunft muss eine Phase der Naturallianz, eine Partnerschaft von Mensch und
    
Natur angestrebt werden.    

In Anlehnung an Nietzsche, der zu dem Subjekt- /Objekt-Beziehungen sagt, die Subjekte werden von den von ihnen selbst geschaffenen Objekt-Produkten bestimmt. Er spricht von entstehenden Sachzwängen, die dann die Menschen zu bestimmten Verhalten zwingen. Der Mensch handelt um die Natur wie ein Ding auf einem Basar, so dass wir uns noch in der zweiten, von Bloch angedeuteten Phase befinden Die dritte Phase wird ein Wunschtraum bleiben, da Lobbyisten und machthungrige Menschen sich einer Naturallianz aus Habgier widersetzen.
Über die Zusammenhänge von Natur, Wald, Baum, Mensch wird viel berichtet und ist bekannt. Mit dem Thema will ich nachfolgend versuchen über den Weg der sechs von Herrn Walgenbach entwickelten Handlungsfeldern die Komplexität und die Möglichkeiten der Wissensbildung für mich zu erfassen und dabei die neuen Anforderungen der Postmodernen mit einzubeziehen.  

1. Hermeneutisches Handlungsfeld.

    INTUITIVE SYSTEME:

Gestalten, erwählen und sie in ihren Eigenheiten zu verstehen suchen.
Wesentlich im Zusammenhang mit empirischen Methoden ist die Hermeneutik für eine Hypothesenbildung. Ein Problem muss erst gesehen, erkannt und verstanden werden, der Sinn und die Bedeutung einer Situation muss erfasst werden. Die Ganzheit und die Teile stehen damit zueinander in einem Verhältnis. Sie bedingen sich gegenseitig, es erklärt das Zustandekommen höheren Verstehens aus dem elementaren Verstehen. Zum Beispiel: Ein Elementares – Objekt wählen, dass als eine Miniaturwelt Urphänomene in sich vereinigt und so beispielhaft für viele Systeme oder Prozesse gültig ist. Dann erfolgen Interpretationen mit bestimmten Fragestellungen, aus bestimmten Betrachtungsperspektiven und mit Vorverständnis für die zu interpretierenden Objekte.
Zum Beispiel:
 Eine Gestalt erwählen, (Elementar Objekt, der Baum) und ihn in seinen Eigenheiten und Wesen zu verstehen suchen.

 Ein Baum kann ein Urphänomen für Wachstum sein und z. B. ein Denken anregen in >Zustand< bzw.> Teilen< (etwa: junger Baum, alter Baum, gesunder Baum, Wurzel) und >Prozess< bzw. Gesamtsystem (etwa: Wachstum, Vergehen, Entfaltung)

Die ganze Gestalt des Baumes vergegenständlicht Wachstum in bestimmten Phasen und regt ein Denken in Prozess/Zustand an.

Das sich daraus ergebene Wissen beeinflusst im starken Maße auch die Identität des Menschen und führt diesen zu neuen Sichtweisen. Daraus könnte sich auch eine sinnvolle, eine ganzheitliche, phänomenologische Sicht auf den Baum ergeben.
Den Baum in seinem Wesen wahrnehmen und ihm Sinn geben, ihn anerkennen als lebendiges Wesen, das mit uns lebt und von dem wir abhängig sind.  

Der Baum.
So viele Gestalten mit ihren Seelen
Ach es sind so viele, welche soll ich erwählen?
Wie kann ich ohne ihre Eigenheiten sie verstehen,
Muss ich sie hermeneutisch sehen?
Sie zu entdecken sind meine Ziele,
aber ach, ach es gibt so viele.

                                          Marlis Niemann

 Erlebtes:
Sie lebt was sie lehrt, Julia Butterfly Hill. Julia Butterfly lebte ohne Unterbrechung während 738 Tagen auf einem Baum. In ihrem Buch: Die Botschaft der Baum-Frau (München, Goldmann Verlag 2002) Vom Moment an, schilderte Julia, als sie in ganz tiefer Weise das Wesen, die Heiligkeit und die majestätische Kraft jenes Baumes erfuhr, und sich selber als Eins mit seinem göttlichen Wesen erkannte, konnte sie den Baum nicht mehr verlassen, ohne dass sie sich selbst aufgegeben hätte. Solche Empfindungen und Gefühle können nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Es lässt sich wohl nur aus der kosmologischen, feinstofflichen Forschung und einer anthroposophischen Sichtweise erklären. Jedoch werden diese Empfindungen und Einstellung heute ganz bewusst eingesetzt und herbeigeführt um gestressten und psychisch kranken Menschen zu helfen. Alte Bäume sind erlebbar und nicht zuletzt ranken sich um sie seit jeher Geschichten und Mythen. Sie können eben mehr als nur Traum oder Schattenspender sein. Wir sind abhängig von den vielfältigen Aufgaben, die der Baum leise im Hintergrund für uns leistet. Das System Umwelt ist abhängig von allen kosmischen Naturgesetzen die wir kennen oder nicht kennen.

 Folgende Grafik entwickelte sich aus diesen Gedankengänge.

              

Der Baum der Erkenntnis, dieses besondere System, beinhaltet:

 Das Universum, als das alles umfassende System

Die Wurzeln des Baumes sind mit dem Universum verbunden. (Raum/Zeit)

Der Baumstamm und der Mensch symbolisieren das Objekt und das Subjekt. 

Die Blätter, gleich der Handlungsfelder, symbolisieren die Erkenntnis, den Weg zum umfassenden neuen Wissen. 

Die Früchte beinhalten die Samen für das Werdende, das Wissen, das Unwissende und das Ergänzende, man kann sie als Wurzel für die Neugeburt des alten Systems betrachten.

Weil alle einen gemeinsamen Kreislauf und Ursprung haben, sind jeder und jedes eine Miniaturwelt, in dem sich das ganze Universum wieder spiegelt.
Systeme entstehen aus Kristallisationskerne, zum Beispiel aus Staubkernen.
Im 17. und 18. Jahrhundert führten Mikroskop Versuche zu ersten größeren Erkennungen und Begeisterungen für das Winzige, den Staub.
Und niemand hat es so emphatisch wie Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) besungen. Alles ist belebt, so lehrt Leibniz in seiner Monadologie, jedes noch so kleine Materieteilchen sind ein Garten voller Pflanzen und ein Teich voller Fische. An Johann Bernoulli (1667-1748) schrieb Leibniz, er sei überzeugt, dass noch im kleinsten Stäubchen Welten enthalten seien, die der unseren an Schönheit und Vielfalt nicht nachstehen.

Letztendlich wird alles, was wir auf dieser Erde sehen und tun können, von denselben Gesetzen gesteuert die den Haushalt der astronomischen Energiequellen regeln und das sind die                                    Naturgesetze. 
Aus der Singularität, dem Urknall, (Eine idealisierte Modellvorstellung) entwickelten sich in der Anfangsphase aus einer präsolaren Wolke interstellare Materie und daraus unter Anderem, zwei Systeme mit unterschiedlichen Strukturen.

1. Dissipative Strukturen. 
    Es sind selbstorganisierende und selbsterneuernde, meistens chem. Reaktionssysteme.      (Kristalle etc.)
2. Autopoiesen Strukturen.
   Es sind sich selbstproduzierende und selbsterneuernde Systeme. 
Menschen, Tiere und die Pflanzenwelt, also biologische und gesellschaftliche Systeme. Sie evolvieren und erneuern sich ständig in der gleichen Prozessstruktur und bewahren so ihren ganzheitlichen Charakter.
Die autopoietischen Strukturen ergiben sich aus dem Zusammenwirken vieler Prozesse.
Diese Prozesse sind kosmologische, megaphysikalische Systeme und bilden die Gesetze die wie bereits gesagt den astronomischen Haushalt regeln. In Abhängigkeit dieser Regeln sind aus den verschiedensten bekannten und unbekannten Faktoren die Systeme und damit Strukturen und die evolutionären, mutierenden Prozesse entstanden.
Es liegt in der Natur eines Systems, dass es nicht durch die Summe von Einzeleigenschaften beschrieben werden kann.  Es lassen sich aber wichtige Unterscheidungen treffen indem besondere Aspekte des Gesamtsystems isoliert und aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Neueres Systemdenken integriert die Summe des gesamten früheren und heutigen Wissens, (T. Wolze spricht hier von einem Metawissen) dass auch alle Theorien, der Vergangenheit, der Jetztzeit und der Zukunft sowie die Menschen mit ihrem sich ständig veränderten Bewusstsein einbezieht. Hinsichtlich einer Umweltbeziehungen des Menschen bezeichnet man ein System als offen, wenn es mit seiner Umwelt Austausch pflegt, wobei neben Materie und Energie vor allem Informationsaustausch in Frage kommen. 
                                          Erich Jantsch. Die Selbstorganisation des Universum.

Um ein System, das aus Phänomenen und Prozessen besteht zu verstehen erfordert ein interdisziplinäres, interkulturelles offenes Systemdenken.

 2. Phänomenologisches Handlungsfeld:

   KÜNSTLERISCHE SYSTEME: Formen     

Formen von Gestalten, sie entdecken und als Mittel für die Bildung von Ordnungen         nutzen.
Teilaspekte zur Phänomenologie des Baumes. 

Das Subjekt gibt dem Objekt „den Baum“ Bedeutung, um ihn in seinem Wesen und seinen Eigenheiten als System zu verstehen. Die Bedeutungen werden in Sprache formuliert, in Schriften oder Bildern festgehalten, die sich beim Menschen im Laufe der Evolution entwickelt haben. Die Bedeutungen und den Umgang geben wir an unsere Kinder weiter, so dass sie die Möglichkeiten haben, ins besondere wenn sie unpädagogisiert draußen spielen dürfen, eine emotionale Beziehung zur Natur entwickeln können. Solche emotionalen Beziehungen sind die Basis und die Erfahrungen auf die sich das Leben aufbaut. Es entwickeln sich so automatisch Werte und Verständnis für Zusammenhänge von früher und heute. Diese Art von Beziehungen wird so zu einem Motor für Kreativität und Weitsicht. Bäume spielten zu allen Zeiten eine sehr große Rolle im Leben der Menschen, kein Wunder, dass die mächtigen Wesen verehrt wurden. Die heiligen Haine der Germanen waren gleichsam Kathedralen aus lebenden Stämmen, zwischen denen religiöse und andere Rituale, abgehalten wurden. Die Menschen glaubten an die Macht der Bäume, selbst in der heutigen Zeit haben sie die Form des Baumes (Den Binärbaum) in mathematische Modelle umgewandelt.

Zu allen Zeiten ist und war der Baum unser wichtigster Partner, lieferte er doch (neben den Nahrungsmitteln) die wichtigsten Rohstoffe. Wir hätten kein wärmendes Feuer, kein schützendes Zelt, keine Sicherheit, keine Luft zum Atmen, ohne Bäume wäre der Mensch nicht Lebensfähig. In der heutigen Wahrnehmung der Menschen ist er einfach da, entfDer Baum wird selten als etwas Schönes, Ganzes, als Einheit von Inhalt und Form, als eine mit Leben erfüllte Gestalt oder als Wesen wahrgenommen.remdet und ohne Seele, er begleitet uns und wir benutzen ihn als eine Sache. Jeder Mensch nimmt den Baum in Abhängigkeit vom Alter und seiner Emotionalität anders wahr.

 

 

Künstler: Bastian Wohlan                                   Künstlerin: Ruth Kranz

Einige spezifische Eigenheiten des Objektes.


 

Blüten         Gerbknolle           Eichel               Zellen

Die Bäume bestimmen unser Leben und das Überleben, wir bestimmen aber
wie sie zu Leben und zu Wachsen haben, zerstören ihr und letztendlich auch unser Überleben damit.  
Bäume sind rätselhafte Wesen.  
Sie stehen in unseren Parks und Gärten, stumm weil wir ihre Sprache nicht verstehen.

Jeder Baum könnte viele Geschichten und Erlebtes erzählen, wenn wir uns nur auf seine Ganzheitlichkeit von Inhalt und Form einstellen würden. Um sich dieser Ganzheitlichkeit zu erschließen braucht es für uns Anlässe, Begebenheiten um im Sinne von Selbsttätigkeit, mit Hilfe von interpretierbaren Beispielen sich selber Zugänge zu den Objekten (Bäume) zu eröffnen. Fragen wie, hat ein Baum Gefühle oder empfindet er Schmerzen, stellen wir nicht wir setzen uns darüber hinweg.

Wehrlose Bäume?
Nein, ganz wehrlos sind sie nicht, denn sie können nachwachsende Biomassen umverteilen, indem sie Druckholz, mit viel Lignin oder Zug Holz mit Cellulose Fasern erzeugen. Das begünstigt, dass sie Verletzte Stellen oder ihr Gewicht verlagern können. Z. B.: Einen dicken Ast über einen Weg zur Sonne neigen oder von einer Hauswand weg wachsen oder sich den Bodenformationen anpassen. Bäume sind sehr flexibel und robust, wir bekommen es selten mit, weil diese Prozesse sehr langsam vonstattengehen. Bäume können, wenn man so will, kommunizieren, indem sie über chemische Stoffe, Bäume können, wenn man so will kommunizieren, indem sie über chemische Stoffe, Gase (Methan) durch die Luft den anderen Bäumen etwas mitteilen, z.B.: Dass Gefahr durch Käfer, Raupen besteht. Peter Wohlleben beschreibt in seinem Buch, das die Bäume, um sich gegenseitig auszutauschen, das Wurzelwerk benutzen. 
Zitat: Bei Buchen wurde festgestellt, dass Pilze möglicherweise die Wurzeln aller Exemplare eines Waldes miteinander verwoben sind. Und genau wie Milliarden von Zellen einen Organismus namens Mensch ergeben, so kann der Wissenschaft zufolge bei einem Buchenwald von einem Superorganismus gesprochen werden, bei dem alle Bäume für das Ganze arbeiten. Mit dem zeitlichen Ablauf des Entstehens und Vergehens fließt der Ursprung mit in das Entstehende und Vergehende und beleuchtet es. Dort wo Bewegung herrscht, geht die Sichtweise über die Grenzen der Dinge hinaus. Eine fixierte Form wandelt sich in immer neuen Erscheinungen und neuen Formen. In den Bewegungen offenbart das Bewegte seine tiefen Geheimnisse und Metamorphosen.
                                 Jedem Gewordenen geht ein Werden voraus.

Das Gewordene, die Gestalt des Baumes als sichtbares lebendiges Wesen, wurde mit dem äußeren Erscheinungsbild bisher erfasst. Um das Werden und mehr vom Wesen des Baumes zu erfahren, bedarf es Bewegung und andere Wege. Dieses bedeutet, dass der Gegenstand (Der Baum) als die Einheit von Inhalt und Form so bearbeitet wird, dass jetzt nur über die Formen weitere Details erfassbar und sichtbar werden. 

Phänomenologie

Der Begriff Phänomenologie wurde von Edmund Husserl geprägt und beschreibt jene Dinge, die uns als Phänomene gegeben sind.

                             Ich bin, alles Nicht-Ich ist bloß Phänomen.

Damit der wahre Wesensgehalt einer Sache erkannt werden kann, wird eine Reduktion vorgenommen um einen neutralen Blick auf die phänomenologischen Dinge zu bekommen.

Das Gebiet, welches ein Künstler als Eigentum bearbeitet, ist die Einbildungskraft. Wie sammeln, sortieren, versuchen, Begriffe zu definieren, um die Wirklichkeit zu erfassen und um sie anderen zu beschreiben und verständlich zu machen. Daher ist es die Kunst und ihre Fertigkeit die Einbildungskraft zu aktivieren und in verständlichen Formen und Gesetzmäßigkeiten zu fassen und dadurch der Natur eine Anschaulichkeit zugeben.
Die künstlerischen Formen unserer Kultur haben eine lange Geschichte, die allgemeinen Merkmale sind, dass sie zum Teil aus einfachen Mitteln bestehen, ihnen aber eine tiefgründige Bedeutung innewohnt. Die moderne Kultur aus Kunst und Wissenschaft ist von den Menschen aus prähistorischen vergangenen Zeiten aufgebaut und hinterlassen worden.

Antrieb für die Menschen ist seit jeher die Kreativität, die ständig auf Vorhandenes aufbaut und systematisch über die Zeiten das Gehirn geformt und angereichert hat, mit ergänzenden Methoden und Kultivierung. Sie fördert eigene Weisheiten lehrt moralische Grundsätze und bringt letztlich auch seelischen Frieden und Entspannung. Unter künstlerischer Forschung wird eine Wissensproduktion verstanden, in der sowohl die Möglichkeiten neuer ästhetischer Wissensformen sowie deren gesellschaftliche Funktion und Wirksamkeit thematisiert werden. Auch die ästhetischen Bedingungen des Denkens finden ihre Berücksichtigung in Wissensbildungsprozesse von Kunst und wissenschaftlicher Forschung.

Die Kunst zielt auf ein Wissen ab, dass mit künstlerischen Strategien, anderen Formen, Präsentationsweisen und Rezeptionsstrukturen, anders als die Wissenschaften, neue Evidenzen produziert und sich in einer ganz spezifischen Weise auf die Lebenswelt und die Gesellschaft auswirken können. Trotz der unterschiedlichen Methoden sind Kunst und Wissenschaft untrennbar durch die Denkprozesse verbunden.

Ist die Welt eine Illusion?
Ja wir sehen buchstäblich, was wir glauben.

10% der optischen Wahrnehmung des Auges wird mit einer Zeitverzögerung von ca. 140 m Sek. Verarbeitet, der Rest kommt aus anderen Teilen des Gehirns von anderen Sinnesorganen, vorhandenen Emotionen und Erlebten.  Wir betrachten also die Welt durch reduzierte Bilder der Vergangenheit und erzeugen daraus unsere eigenen Wirklichkeiten. Das Auge als physikalische Einheit kann nicht lügen, es gibt die gesehenen Formen als elektrische Impulse an das Gehirn weiter. Die aufgenommenen Daten von Wirklichkeiten werden im Gehirn abstrakt zu Ab - Bildungen oder zu Ein – Bildungen des Originals, je nachdem in welchem Kontext sie verarbeitet werden. Die äußere Form und innere Struktur eines Baumes kann nur indirekt abgebildet werden, weil er oft einfach zu groß ist und rein schauen geht auch nicht. Als Möglichkeit kommt das Fotografieren oder das Malen in Betracht.
Bei kleineren Teilen bieten sich andere Verfahren an, wie zum Beispiel durch pressen oder stempeln, Malen Fotografieren Stempeln.
Die Form gibt dem Gegenstand ein einmaliges, individuelles, markantes Zeichen und gibt dem Gehirn dadurch neue Impulse und Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Formen. Daher versuchen Künstler immer neue Formen zu gestalten um Denkprozesse und Anregungen für sich selber und andere zu suchen, siehe Picasso, Hundertwasser, Moore, Beuys und viele Andere.

Menschen können Formen nur Wahrnehmen aber keine neu erfinden, dass hat die Natur schon für sie getan. Sie hat durch den Urknall Gesetzmäßigkeiten vorgegeben, die unsere Welt beherrschen. Was auch entsteht, es unterliegt diesen Naturgesetzen und braucht immer einen Kristallisationskern, einen Anfang, je nachdem in welchem Kontext es stattfindet, entwickeln sich unsere Elemente, Strukturen und Formen. 
Bei der Entstehung des Sonnensystems, aus einer präsolaren Wolke, verdichteten sich aus verschiedenen Gründen größere Objekte so entstanden große Kombinations-Möglichen von Formen, die von den Menschen nie alle wahrnehmbar sein werden.

Streng genommen kommt die Kunst also aus dem Universum, da die Formen und Objekte dort gebildet wurden. Sie werden durch Emotionen und Sinne und des Menschen in den Fokus genommen gestaltet und verändert. 

Wir, die sehenden Menschen, müssen diese Formen in irgend einem Zusammen-hang bewusst oder unbewusst wahrgenommen und gelernt haben, um sie, wie auch die Künstler, mit ihnen neu zu gestalten und sie zu benutzen.
Blinde, die nie eine Form gesehen haben, können sie auch nicht beschreiben. Unsere Augen sind ein Wunderwerk der Natur.
Der Seh-Sinn liefert uns rund 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt, die wir im Gehirn verarbeiten. Wir können etwa 150 Farbtöne aus dem Spektrum vom sichtbaren Licht unterscheiden und zu einer halben Million Farbempfindungen kombinieren. Wie wichtig die Augen für unser Leben sind, können vermutlich nur diejenigen wirklich begreifen, denen das Augenlicht fehlt. 

Jede visuelle Wahrnehmung wird vom Gehirn mit Emotionen überlagert und in bestimmten Hirnregionen abgespeichert. Sie können dann dort, in welchem Kontext auch immer, aktiviert werden. Emotional nehmen wir also die verschiedensten Formen war oder konstruieren sie, auch solche, die abschrecken und Angst erzeugen. Einige Menschen haben so- genannte Phobien, hier sind die Ängste und Fantasien so groß, dass sie zu Krankheiten führen können, wie zum Beispiel durch Spinnen und Schlangen. Auch Licht und Schattenspiele entwickeln Formengebilde, die Fantasien anregen, so dass unser Gehirn uns sehr unterschiedliche täuschende Erscheinungen sehen lässt, die gar nicht so existieren.



                              Baum-Monster                                        Der Monster-Baum

Mit zunehmenden Technisierungsmöglichkeiten werden wir tiefer in den Makro- oder Mikro-Kosmos sehen können und immer neue Formen entdecken.
Betrachten wir einen Bleistiftpunkt unter einem Elektronenmikroskop, so sehen wir ganze Landschaften von Strukturen und Formen vom Punkt und vom Papier. Blicken wir in den Himmel sehen wir einzelne Sterne als Lichtpunkte. Die Menschen früher haben mit ihren Fantasien diese Punkte durch Linien verbunden und so Orientierungsmerkmale am Himmel geschaffen und dadurch ihre Beweglichkeit deutlich erhöht. Man kann von der Vorstellung ausgehen, dass Formen grundsätzlich ein Mittel der Verständigung und der Identitätsfindung sind. Was wir sehen und wahrnehmen ist immer immateriell, indirekt, verfälscht durch unsere Sinne oder technische Geräte, und doch nehmen wir diese Bilder als unsere Wirklichkeit war. So sehen wir die Eichen, ihre mächtigen Formen die große Schatten werfen.
Sie ziehen bestimmte Tiere und Pflanzen an, die dann mit ihnen in Symbiose leben. 
Wir sehen dieses alles nicht, wir wissen es aus Erfahrungen. Treten Störungen der Flüssigkeitsförderung im Stamm auf, so könnte die Richtung der Kapillarröhren und damit das Wachstum verändern werden. Kleine Widerstände im Holz, ein abgestorbener Ast, ein Nagel, durch Wind, Wasseradern, Magnetfelder oder andere schädliche Bedingungen wirken sich auf das Gefüge des Baumes aus.
Wenn die Bedingungen stimmen und Ordnung herrscht im Wachstum des Baumes kann er gerade nach oben wachsen und eine runde, optimale Form des Stammes anstreben. Durch starke äußere Einflüsse kann es zu Wachstumsstörungen für den Baum kommen so das chaotische Formgestaltungen möglich sind.

 

                                                  Ordnung                                       Chaos

Der Baum windet sich dann in einem Spannungsfeld zwischen den Begriffspaaren Ordnung und Chaos und Bestimmen und Bestimmt werden. Beim Erstellen einer Holzskulptur bewegt sich auch ein Bildhauer in diesem Spannungsfeld von Bestimmen und Bestimmt werden, denn jedes Holz hat seine Eigenheiten, die berücksichtig werden müssen. Die Maserung und die Farben schmeicheln durch die vielfältigen warmen Töne und Formen die Seele und geben einem ein ruhiges behagliches Gefühl. Der Baum vermittelt einem ein tiefes Gefühl von natürlicher Geborgenheit und Sicherheit.
Der Wald, so wie wir ihn wahrnehmen ist, für den Menschen ein Ort der Erholung. In dem System Wald findet aber ein ständiger Überlebenskampf statt.
Physikalische, chemische Eigenschaften und gewachsene Urformen sichern auch dem Baum sein Überleben. Wer nicht funktioniert, wer im Wettbewerb nicht bestehen kann, wird zumindest überschattet, verdrängt oder fristet ein kümmerliches Dasein. In der Natur gibt es keine Gnade!
Kein Wunder also, dass die Überlebenden der Evolution, was ihre Belastbarkeit angeht, sowohl Form- als auch Werkstoff optimiert sind. 
Optimierung der Formen bei einseitiger Belastung des Baumes (Aktion = Gegenaktion) z.B. an einer  Wetterseite oder an eine Hauswand. Dort bildetet der dann Stamm  dann oft einen ovalen Querschnitt oder Wülste aus, sogenanntes Reaktionsholz, um die Stabilität im Stamm zu gewährleisten.

An der stark belasteten Seite wachsen die Jahresringe schneller um Holz aufzubauen, um dem einseitigen Druck und der Kerbspannungen entgegen zu wirken.

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Optimierung in der Architektur:

Antoni Gaudí, bedeutendster Architekt in Barcelona.

Gaudí war bekannt für seinen eigenwilligen Stil von runden, organisch wirkenden Formen. Er errichtete seine Bauwerke in der Formsprache des Modernisme, eine katalanischen Spielart des Jugendstils.

Das Prinzip basiert auf einer auf den Kopf gestellten Kettenlinie (Katenoide), die für die Turmbauten als Rotationskatenoid ausgeführt sind. Für die Konstruktion der tragenden Strukturen in den Gewölben verwendete Gaudí das Prinzip der Hängemodelle die einem hyperbolischen Paraboloid ähneln.
Der Baum verwendet die Form um an ihn wirkende Kräfte aufzufangen. Die Vielfalt und die Anwendungen der universellen Holzformen lassen sich kaum beschreiben. Trotzdem hier einige Beispiele und Fotos der Nutzungs und Formungs Möglichkeiten.

Betrachtet man die innere und äußere Formengestaltung der Bäume wird man für den Baum spezifische Ur oder Grund-Formen als Ordnungsprinzip entdecken.

 

1) Die Kreisform: Die Jahresringe vom Stamm.

 

2) Die Linie: Die Kapillarröhren die nach oben führen.

 

3) Die Bögen: Die Vergabelungen vom Stamm und Ästen.

4) Die Grundform aller Baumarten: Wurzel, Stamm, Krone.

Das System Baum k